Futuristisches Deus Ex Machina Artwork: Die Erlösung der Genesis

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An Android Lovestory: Die Grenzenverschmelzung zwischen Mensch und Maschine war schon oft Thema unserer fiktionalen Unterhaltungsindustrie. Nicht erst Filme wie iRobot mit Will Smith, Terminator mit Arnold Schwarzenegger oder Robocop mit Joel Kinnaman zeigten uns, wie schmal die Gratwanderung zwischen evolutionärer Biologie und augmentierter Technologie ist – auch in zahlreichen Theaterstücken und literarischen Werken finden wir zukunftsängstigende Szenarien, in denen der Mensch irgendwann aufhört Mensch zu sein. Oder eben verdrängt wird.

Heißer Gedankenstoff für furchtbares Pixelschubsen

Die Hauptprotagonistin in diesem Artworks wird von meiner geliebten Frau Catrin gestellt. Interessant ist die Tatsache, dass das Ausgangsbild ein simpler Schnappschuss aus unserem letzten Urlaub ist, aufgenommen auf einer Insel im ionischen Meer. Warum sich nun Sommer, Strand und Sonnenschein in ein surreales und düsteres Survival-Szenario verwandelt liegt daran, dass irgendwo zwischen meinen Schlefenlappen ein Endzeit-Bild auftauchte, für das ich eine Art ‚Master-Shape‘ brauchte. Also ein Ausgangsmaterial, das einen schablonenhaften Rahmen vorgibt und wie eine Ausmalform funktioniert. Die Szenerie kann man selbstredend auch gezielt so fotografieren aber in diesem Fall ging ich den Weg des geringeren Widerstands: quer durch meine Fotogalerie, wo ich zwischen Aufnahmen von Scampis und Longdrinks dieses Bild fand:

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Farbabstimmung

Besonders stolz bin ich auf die gewählte und fein abgestimmte Farbkomposition. Warme Orange- und Rottöne, vom Funkentanz flankiert, die im kontrastreichen Schwarz ihre wahre Wirkung entfalten können, bilden das Fundament.

Für die metallische Bodyshape orientierte ich mich an Captain Phasma aus dem jüngsten Star Wars-Teil: The last Jedi, kombiniert mit Iron Man-Genen und irgendwie kam ich nicht umhin, die majestätisch-goldene Anmutung von C-3PO aufzunehmen, welche auffallend schön an den Brustplatten zur Geltung kommt. Warme Farbverläufe und leuchtende LED-Stripes bilden Nuancen, auf die ebenfalls nicht verzichtet werden konnte auch wenn ihr Adidas-Dress an den meisten Stellen mit nur zwei Streifen auskommt ;-)

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Typografie

Mein Chef, Matthias Petri, machte mich kürzlich auf ein wunderbares Fremdwort aufmerksam: logophile (n.) a lover of words – Ha, wer hätte das gewusst?! Jedenfalls ist Schrift etwas großartiges und auch in diesem Bild verwendete ich einen Typografiemix, der sicher so eigenwillig wie auch spannend daherkommt.

Deus Ex Machina ist in meinem Lieblings-Sci-Fi-Font Devil Breeze gesetzt. Für Augmented Matrix nutzte ich den Scripting-Font Debby, der übrigens nicht mit allen Buchstaben immer gut aussieht … Salvation for the Genesis zeigt sich schlank und mit einer enormen Laufweitenanpassung in der Bebas Neue, die vermutlich die schönsten Versalien (und nur Versalien) ausspuckt, die ich je gesehen habe. Fehlt nur noch der Technik-Font DS-Digital, um dem digitalen Anspruch gerecht zu werden. Wenn ich das richtig recherchiert habe, zeigt die Abfolge von Nullen und Einsen aber nichts weiter als viermal hintereinander das Wort „Hallo“ ;-)

Stefan Riedl

Stefan Riedl Grafik-Designer aus Augsburg

Designliebhaber

Stefan Riedl