Auf 37 mm fokussiert: Schneewittchen mit bösem Blick

Für gewöhnlich fotografiere ich keine Autos. Wobei… da rutscht mir glatt ein verschmitztes Grinsen übers Gesicht! Im Prinzip muss ich eigentlich zugeben, dass ich bis heute so gar kein Fotografie-Genre als mein ganz persönliches „Steckenpferd“ auserkoren habe. Das unterliegt wohl dem Umstand, dass ich nicht oft genug meine Nikon in Händen halte, um tatsächlich ein favorisiertes und spezifisches Fotosegment für mich zu gewinnen. Ist ja auch gar nicht so einfach! Es gibt People-, Street-, Landscape-, Hochzeits-, Fashion-, Abstrakt-, Erotik-, Tier-, Sport-, Architektur-, Städte-, bis hin zur Eidechsenfotografie – einfach alles mögliche! Schon verständlich, dass man sich erstmal selbst erforschen und verstehen muss, um zu begreifen was einem taugt. Aber hey, solange ich mich ja noch nicht festgelegt habe, kann ich ja jeden Mist semiprofessionell abknipsen, der mir vor die Linse kommt, ohne mich dabei selbst zu bekleckern, right? Und wenn’s nix wird, sag ich einfach total straight: „Nicht mein Genre!“ Ich bin also gegenwärtig noch recht multikulti unterwegs und zuletzt hüpfte mir ein brandneuer und schneeweißer Audi A3 vor die Linse. Zum Glück nicht in die Linse, das hätte schwere Folgen.

Audi-A3-Front-shooting

Ich bin schon leicht rumzukriegen, das gebe ich zu, denn bei den flehenden Blicken der jungen Farhzeughalterin kam ich nicht umhin, ihr also diesen einen Gefallen zu tun und ein paar Pics vom jungfräulichen Schneewitchen zu knipsen. Bewaffnet mit einem multieinsetzbarem Glas (18-105mm) gingen wir gemeinsam auf Locationsuche. Eigentlich und idealerweise sollte es ein Schrottplatz sein, aber mal ehrlich: Gibt’s sowas überhaupt noch? Ich hab mit Argusaugen jeden Stein der mehr als 5cm Durchmesser maß in meiner näheren Umgebung dreimal umgedreht, aber keinen gefunden. Na, dann musste halt einfach das eingezäunte Gelände einer örtlichen Firma herhalten – die hatten neben ihren Baumaschinen auch so genügend Schrott rumstehen… Zumindest sah es auf den ersten Blick so aus. Ein paar Mal bin ich um das Matchbox-Auto gelaufen und habe im RAW-Format diverse Shots abgefeuert.

audi-a3-back-shooting

Die ausladende Front neuer Audis hat in der Tat etwas sehr aggressiv charmantes. Ich würde mir zwar selbst nie ein derartiges Auto kaufen, aber hübsch anzusehen sind sie schon. Die Farbe passt schonmal zu meinen Leichen im Keller: Miamiweiß – genau mein Ding. Die Leistung des Vierzylinders können wir aber dezent überspielen und ist nicht der Rede wert. Frauen brauchen ja auch nicht so viel Pferde unter der Haube, viel wichtiger ist ihnen, wie sich ihr Lieblingskuchenrezept zusammensetzt. Nachdem ich also die Totale, ein paar Closeshots und den Hintern ins Visier genommen habe, war ich mit dem Resultat fürs Erste zufrieden. Später ging es nach Hause und Camera Raw wurde geöffnet. Die Bilder ‚out of cam‘ sind nicht vergleichbar mit dem, was moderne Algorithmen ausgefuchster und trickreicher Bildbearbeitungssoftware alles leisten können.

audi-a3-side-shooting

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In Summe war es ein echt tolles Shooting und ihr wisst, Selbstbelohnungen sind unglaublich wichtig und förderlich für die Anerkennung eigener Leistungen. Belohnt habe ich mich also mit einer üppigen Tasse Kaffee und einem noch üppigeren Stück schokohaltiger Sachertorte (mind. 400 kcal). Übrigens: Wenn ihr mal einen äußerst beschäftigten Stefan sehen wollt, dann könnt ihr euch nachfoglendes Pic reinziehen. Zu sehen – Stefan persönlich – der einen überaus beschäftigten Eindruck macht und irgendwas auf seinem Smartphone in Erfahrung bringt. Aber ich mag diese ungestellten Fotos! Sie wirken immer am authentischsten und auch dieses ist quasi in flagranti aus dem Leben gegriffen. Der März war noch kalt und ich seh zwar aus wie ein Engel, aber ich bin bestimmt keiner ;-) Deshalb trage ich auch noch mein winterliches Wolfsfell im Gesicht. Kaum passt man(n) mal für wenige Sekunden nicht auf seine Cam auf, hat sie sich ruck zuck schon jemand unter den Nagel gerissen. Nice shot AG & thx!

stefan-riedl-busy-at-shooting

Abschließend gebe ich euch, liebe Leserinnen und liebe Leser, noch einen schönen Sinnspruch und Auszug aus meinem Designkalender 2015 auf den Weg. Retrostyle inklusive! Verwendete Typo: Charlemagne Std – die Schrift steht übrigens unter historischen Gesichtspunkten für Karl den Großen.Wunderbar vintage, auch wenn die Serifen Gewöhnung erfordern.

Wandkalender_2015_mai-design

Das heutige Wort zum Freitag ist geschrieben und bebildert, also bleibt mir gewogen, liebe Jungs und Mädels and stay tuned!

Stefan Riedl

Stefan Riedl Grafik-Designer aus Augsburg

Designliebhaber

Stefan Riedl