Kundenmagazine – How to make employee & customer happy?

In meinem heutigen Blogpost nutze ich die Gelegenheit, über ein jüngst finalisiertes Projekt zu sprechen. Als Grafik-Designer bei der Medienagentur 4eck Media, gehört es zu meinen Aufgaben, für unsere Community von PSD-Tutorials.de, die stolze 350.000 Member zählt, das monatlich wiederkehrende und kostenlose Online-Magazin Commag aufzubereiten und zu veröffentlich. Ohne Umschweife komme ich direkt mal auf den Punkt: Unter wirtschaftlich ökonomischen Gesichtspunkten wird etwas, das gratis erhältlich ist, wohl erstmal fragwürdig betrachtet, da Aufwand und Ertrag sich selten die Waage halten.

Welche Gründe rechtfertigen also ein kostenloses Kundenmagazin? Ich erinnere mich dabei gerne an meine damalige Ausbildung in einer der Sparkassen (In der gesamten Bundesrepublik gibt es über 400 eigenständige Sparkassen). Bei einem Finanzdienstleister mit über 1.300 Mitarbeitern entwickelte sich im Laufe der Zeit völlig automatisch ein kleines Redaktionsteam, das quartalsmäßig eine informierende Broschüre namens PRISMA (nicht zu verwechseln mit dem Top-Secret Programm PRISM, dessen Existenz im Rahmen der Spionage- und Abhörskandale publik gemacht wurde ;-)) zur Verfügung stellte. Über die Hauspost machte dieses lesenswerte Mitarbeiter-Magazin schnell die Runde und verbreitete sich, wie ein Lauffeuer in einer baumreichen Savanne. Die redaktionellen Themen waren bunt gemischt und orientierten sich weniger an aktuellen Ereignissen aus dem Finanzsektor, sondern mehr an betriebsinternen Neuigkeiten, lokalen Events, Spenden, Sponsoring, Betriebssport, Umweltprojekten und anderen Highlights. Das richtige Magazin also für den internen Flurfunk und den Plausch an der Kaffeebar.

Ein anderes Beispiel an das ich unweigerlich denken muss, ist die Apotheken-Umschau. Dieses populärwissenschaftliche Ratgeber-Magazin bietet Gesundheits-Tipps und Informationen rund um das Thema Medizin und findet mit einer Auflage von 9.5 Mio Stück reißerischen Absatz bei der treuen Leserschaft. Liegt vielleicht aber auch daran, dass einem unfreiweillig bei jedem Apothekenbesuch so ein Heft in die Tüte gesteckt wird und den Zähler nach oben treibt. Seit 1956 auf dem Markt, refinanziert sich die Publikation teils durch Werbeeinanhmen, teils aber auch durch die Mitfinanzierung der Apotheken. Ein ähnliches Beispiel ist das Kundenmagazin Das Haus, das von den bayerischen Landes- und Bausparkassen (LBS) quartalsmäßig veröffentlicht wird. Für Bausparer kostenlos, alle anderen dürfen 1,40 € löhnen.

Commag Printausgabe Editorial Magazin

Warum also diesen monetären und zeitintensiven Aufwand betreiben? Nun, der Grund ist ganz einfach: Kundenzeitschriften sind ein höchst relevantes Bindeglied zwischen Unternehmen und seinen Kunden. Während die Vermittlung aktueller Informationen sicher dem offensichtlichen Charakter solcher Zeitschriften angehört, spielen andere – noch wichtigere – Faktoren eine entscheidende Rolle:

Mit Kundenzeitschriften kann man seine Zielgruppe positiv an das Unternehmen binden, zumal die Kundenpflege am umkämpften Markt einem etwaigen Abwanderungsrisiko entgegenwirkt. Wieso also dem Kunden nicht einen Grund mehr geben, da zu bleiben? Kundenzeitschriften halten aber auch das Unternehmen in den Köpfen seiner Konsumenten und Mitarbeitern präsent, sorgen für Gesprächsstoff, führen das Unternehmen bis an den heimischen Küchentisch und bieten die Möglichkeit, ein konkret anvisiertes Firmenimage erfolgreich weiter zu transportieren. Zusätzlich bietet man den Menschen einen Weg gehört zu werden und um sich ‚einzumischen‘, denn eine Zeitschrift eignet sich großartig um Leserbreife zu veröffentlichen, oder um mit Menschen in den Dialog (Interview) zu treten. Leute lieben es, wenn sie sehen, dass ihre Stimme und Meinung einen Wert hat und von Bedeutung ist.

Viele andere Gründe die für ein Magazin sprechen, sind nachgelagerter Natur und unterliegen außerökonomischen Zielen. Der Ausbau des Bekanntheitsgrads, die Wiedererkennung von Marke, Farbe, Claim und Logo mithilfe stetiger Impulse, die Betonung von Beratungs- und Fachkompetenz, die Weitergabe von Informationen bezüglich neuer Produkte, Dienstleistungen oder Sonderangeboten und nicht zuletzt die kostenlose Vermittlung nennenswerten Mehrwerts an die Kunden, um nur einige zu nennen. Die Herausgabe einer Kundenzeitschrift hat also jede Menge Vorteile. Auch wenn eine dearatige Publikation mit Kosten- und Zeiteinsatz verbunden ist, sollte nicht unterschätzt werden, welcher Gewinn auf der positiven Seite der Waagschale auf einen Unternehmer wartet. Natürlich muß eine Zeitschrift auch heute nicht immer gedruckt sein, die virtuellen Zeitungskioske sind voll mit Alternativen.

Mit dem Commag, PRISMA und der Apotheken-Umschau haben wir drei Beispiele für kostenlose Magazin in verschiedenen Sektoren. Nach über 100 Commag-Ausgaben war es auch für uns an der Zeit, neben der frei downloadbaren PDF-Ausgabe, diese Fachlektüre einmalig als Printausgabe zu offerieren wodurch sich eine gute Gelegenheit bot, ein ehrwürdiges Denkmal zu setzen. Also begleitete mich dieses Projekt über mehrere Wochen, neben meinem daily business. Es war kein Spaziergang, eine Publikation, die für mobile Medien optimiert ist, für den professionellen Druck aufzubereiten. Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe! Wie Gummistiefel und Jesuslatschen, oder Snowboardboots und High-Heels. Schön war jedoch, dass ich mich um einen entscheidenden Faktor wenig Sorgen machen musste: Die Inhalte. Da die Ausagbe mit Best-of gelabelt ist, wurde ein Großteil dieser Mammutaufgabe bereits in der Vergangenheit durch zahlreiche wunderbare Menschen geleistet. Das Commag Best-of bildet einen Querschnitt durch zahlreiche vergangenen Commag-Ausgaben und zeichnet sich wie gewohnt durch ansprechendes visuelles Bildmaterial, fantastische Absätze und mehrwerthaltigen Inhalten aus. Ziel dieses Magazins ist es, den Radius und die Reichweite unserer Publikation zu steigern, denn das Commag lebt von seinen Lesern und mir liegt gehörig viel daran, dass wir auch in Zukunft auf weitere großartige Ausgaben bauen dürfen.

Allein das Querformat tanzt im Erscheinungsbild gewaltig aus der Reihe, was im heutigen Bombardement von Informationen nur von Vorteil sein kann. Auffallen, statt einreihen, lautet die Devise! Frage: Wieviele Magazine kennt ihr, die im DIN A4-Querformat gesetzt werden? Die Grammatur liegt bei 135g/m², ist schön griffig und wurde im Innenteil matt gedruckt, während der Umschlag mit UV-Lack und glanzoptik aufgewertet wurde.

Commag Printausgabe Inhalt Magazin

Mittlerweile wurden dank unserer Partnerdruckerei viaprinto.de 1.500 Exemplare druckfrisch zur Firma geliefert, also was haben wir konkret damit vor?

  • Jeder Käufer, der sich im Shop von PSD-Tutorials.de ein Praxis-Training, welches als DVD versendet wird, bestellt, erhält eine Ausgabe als Gratisbeigabe.
  • PSD-Tutorials ist Sponsor und Medienunterstützer vieler gemeinnütziger Events, Veranstaltungen und Usergroups im kreativen Kosmos. Das Commag wird dort interessierten Besuchern zum Mitnehmen angeboten.
  • Ebenso wird das Magazin in den Räumlichkeiten unserer Agentur kostenlos erhältlich sein und wartet sehnsüchtig darauf, von neugierigen Augen erfasst und gelesen zu werden.

Doch jetzt genug der Fachsimpelei. Kürzlich erreichte mich dann auch endlich ein Care-Paket vom Headquarter meiner Firma aus dem Norden. Darin enthalten: 840 Seiten Commag (= 10 Ausgaben) zur Weitergabe an Freunde, Bekannte und wer immer darauf Lust hat. Zum Schmökern, Staunen und Querlesen! Ein wirklich hübsches Werk, mit Themen zu Bildbearbeitung, Webdesign, Fotografie und Desktop-Publishing. Wer eines haben will – einfach melden über kontakt@graphicspot.de.

Überraschenderweise hielt der braune Karton jedoch noch mehr für mich bereit: Neben Kugelschreiben und Notizblöcken, fanden sich auch zwei T-Shirts, gebrandet mit dem Firmenlabel, darin. Im ersten Moment will das Herz stehen bleiben und man denkt: Owe, corporate dress, oder was? Zugegeben, bei sowas hat man immer schlimme Erwartungen, aber in diesem Fall hat der Wirt die Rechnung nicht mit den Designern der 4eck Media gemacht! Denn diese Shirts gehören glücklicherweise zu der Sorte Oberteile, mit denen man sich auch auf der Straße blicken lassen kann, oder was meint ihr? Vielleicht sogar deshalb, weil es auf den ersten Blick eine Anmutung von Jack Daniel’s Old No. 7 Tennessee Whiskey hat ;-) Jedenfalls könnt ihr im Bild unten einen stolzen und glücklichen Mitarbeiter sehen. Es ist schön, eine Arbeit zu tun, die man liebt und in der man aufgehen kann.

Stefan Riedl - Grafik-Designer 4eck Media

Bis zum nächsten Mal, liebe Freunde denn schon bald werde ich über neue Projekte berichten, die momentan bereits auf Hochtouren laufen! Also bleibt auf dem Laufenden und schaut immer mal wieder vorbei. Herzlichst, euer Stefan.

Stefan Riedl

Stefan Riedl Grafik-Designer aus Augsburg

Designliebhaber

Stefan Riedl