Dark Art Rubberfield: Dunkelheiße Ideen, bis das Gummi verbrennt!

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Oktober 2017: Im Laufe diesen Jahres entstanden zahlreiche hübsche und sinnliche Aufnahmen. Wer mich kennt, ist allerdings auch schon darauf gekommen, dass sich der visuelle Output meines Portfolios ebenso gerne provokant, exzessiv und polarisierend präsentiert. Es liegt wohl an der Natur des Menschen, hin und wieder nach dem Gegenteil zu trachten. Wer sich täglich der süßen schokoladigen Sünde hingibt, der möchte auch einfach mal zu ’ner sauren Essiggurke greifen! In diesem Beitrag geht es also weg von den Standard-Aufnahmen der Marionettenparade, hin zum surrealen Theaterstück mit eine Brise Lack und Leder.

So kam es, dass ich mich nach langer Zeit mal wieder bei einem Workshop von Stefan Gesell in München einschrieb. Er ist bekannt dafür, dass seine Fotos so gruselig daherkommen, wie ein Frankenstein-Cluster. Aber so ein Workshop an sich ist natürlich auch eine großartige Sache – und besonders für mich! Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die einfach hin und wieder Lust bekommt, richtig abgefahrene Shootings abzuziehen. Aber definitiv nicht regelmäßig und das ist der Vorteil eines Workshops: Ich muss mich weder um eine passende Location oder Studiomiete kümmern, noch brauche ich das teure Equipment aus Lichtformern und Blitzköpfen und ebenso wenig muss ich mich um die Organisation von Models oder MUA (Make-up-Artist) kümmern. Man geht hin, knipst 300 Bilder und geht heim. That’s it.

Kleine Gruppe. Großer Output!

Mit rund zehn Teilnehmern, vier Models und einem Foto-Häuptling, geht der Tag mit einer recht überschaubaren Gruppe vorüber. Während also Marylin Manson akustisch die Synapsen zum Tanzen bringt, gibt es im Folgenden ein paar exklusive Eindrücke, wie so etwas aussehen kann.

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Für alle die so etwas noch nie erlebt haben: Man shootet der Reihe nach und anschließend sichtet man auf dem superkleinen Display seine Fotos, die natürlich auf den ersten Blick alle knackscharf daherkommen. Erst beim ultra-reinzoomen entdeckt man, Hoppla! Da hab ich wohl daneben fokussiert. Zum Glück gibt es für genau diesen Fall immer zwei Durchläufe und man kann retten, was sich eben zu retten gehört. Während dann die anderen Teilnehmer ihre Fotos machen geht man gemütlich eine rauchen, trinkt Kaffee, tauscht sich mit den Gleichgesinnten aus und ehe man sich versieht, steht ein neues Model vor der Leinwand.

Staubtrocken? Fehlanzeige!

Natürlich wird auch rumgealbert! Hier ein witziges Foto von Conny Ehm, die auch Kursteilnehmerin war und ein Fotostudio in Freiburg betreibt, und mir. Diese Frau ist von Natur aus so unsagbar groß, dass ich mir – selbst als gestandener Superman – doch ein wenig klein vorkam. Als sie dann noch die selbstmörderischen High-Heels der Models angezogen hat, die locker nochmal 18 Zentimeter oben drauf setzten, war das David & Goliat-Portrait perfekt ;-)

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Neben spaßiger Erinnerungen ging ich mit einigen Hundert RAW-Files nach Hause, die step by step mit Camera RAW entwickelt und Photoshop bearbeitet wurden. Selten blieben die Fotos so, wie sie geschossen wurden. Im Gegenteil, es wurde gewaltig herumexperimentiert, Hintergründe getauscht, Texturen überlagert und vieles mehr. Die polarisierenden Ergebnisse können in meiner Fotogalerie betrachtet werden. Schau vorbei!

Fazit: Learning by doing

Wenn du fotografisch interessiert bist, dann gibt es keine bessere Methode seine Kamera, Bildkompositionen und den realen Umgang mit Models zu erlernen, als einen Workshop zu buchen. Und unter uns: Workshop-Anbieter gibt es gerade im Fotosegment deutschlandweit so viele, wie Betrunkene auf einem Rockfestival. Also nicht vergessen: It’s never to dark, to be cool!

Stefan Riedl

Stefan Riedl Grafik-Designer aus Augsburg

Designliebhaber

Stefan Riedl