Künstliches Schneegestöber für winterliche Foto-Aufnahmen!

Wann immer Frau Holle auf meinen Bildern versagt (oder einfach zuweilen mit anderen beschäftigt ist), greife ich zu künstlichem Schnee, um meine Fotografien in eine atmosphärisch kalte Stimmung zu versetzen. Und wie bekommt man jetzt den rieselnden Winterzauber auf sein Foto und somit den Job von Frau Holle gewuppt? Mit Kissen ausschütteln funktioniert es schon einmal nicht … (auch wenn sich die Partnerin in aller Liebe hinterher bedanken wird). Mit hochaufgelösten Schneetexturen für die Extra-Portion coolness hingegen schon! Bei diesem Bild rieseln die Flöckchen von oben herab und deuten auf frostige Zeiten hin. Winter is coming!

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Das Ergebnis ist mit nur einem Klick sichtbar

Die Vorgehensweise ist ganz simpel: Man benötigt lediglich weißen Schnee vor schwarzem Hintergrund. Den bekommt man zum Beispiel in 31-facher Ausführung im Shop von PSD-Tutorials.de. Als Model stand mir meine liebe Catrin zur Seite, die sich für ein gezieltes Make-up fotografieren ließ. Zieht man nun, nach der Bildentwicklung, eine der Flockentexturen auf sein Foto, bleibt natürlich von der abgelichteten Schönheit nichts übrig. Auf dem Screen offenbart sich lediglich weißes Schneegestöber auf schwarzem Hintergrund. Erst der Mischmodus negativ multiplizieren macht den Zauber sichtbar!

Negativ multiplizieren macht den Zauber sichtbar!

Negativ multiplizieren sorgt ganz einfach dafür, dass Photoshop (oder auch andere Bildbearbeitungsprogramme) die Tiefen im Bild entnimmt und herausrechnet. Die Lichter bleiben hingegen unangetastet. Das Ergebnis aus diesem Tanz der Helligkeitswerte: kleine, zarte, schneeweiße Flocken, die im Prinzip vollkommen freigestellt sind, auf einer Ebene über dem eigentlichen Foto baumeln und auch an beliebige Stelle verschoben werden können. Möchte man es stürmischer haben, kann man die Schneeebene einfach duplizieren (Shortcut Strg + J, bzw. Cmd + J) und somit den Effekt verstärken oder einfach weitere Schneetexturen auf das Bild setzen. Hier eine Vorschau des Schneeflugs im ‚Rohformat‘:

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Kalt wie Stahl

Soll das Bild so kalt werden, dass einem die Nüsse abfrieren, dann reduziert man die Farbtemperatur des Bilds oder man legt einen Blauverlauf im Mischmodus Weiches Licht auf das Bild. Noch bessere Ergebnisse erziele ich gewöhnlich durch den gezielten Einsatz von Lens-Flares und Light-Leaks. Diese vollflächigen und hochaufgelösten Texturen habe ich immer auf meiner Festplatte parat, da Bilder hierdurch einen farbintensiven und variationsreichen Anstrich erhalten. Aus Catrin habe ich auf diese Art und Weise eine unnahbare Eiskönigin gemacht, die fast schon an kalten Stahl erinnert.

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Ausprobieren und begeistert sein! Beide erwähnten Arten von Texturen und die verwendeten Mischmodi sind Techniken, die in jede Photoshop-Trick-Kiste gehören. Das funktioniert übrigens nicht nur mit Schnee sondern auch mit Feuer, Funken, Michsplashes, Sandpartikeln, Wasserspritzern – vorausgesetzt, man deckt sich mit den passenden Texturen ein.

Stefan Riedl

Stefan Riedl Grafik-Designer aus Augsburg

Designliebhaber

Stefan Riedl